Anfang des Jahres präsentierte die Stadt Wien die Ergebnisse der Studie „Licht über Wien“, die von der Kuffner Sternwarte durchgeführt wurde. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, wie sich die Modernisierung der Wiener Straßenbeleuchtung auf die Helligkeit des Nachthimmels auswirkt. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der für Straßenbeleuchtung zuständigen Magistratsabteilung 33, unterstützt von der Wiener Umweltanwaltschaft sowie der Magistratsabteilung für Umweltschutz (MA 22) und der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle (MA 39).
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf moderne Full-Cut-Off-Leuchten einen großen positiven Effekt hat. Seit dem Jahr 2015 konnte die durch Straßenbeleuchtung verursachte Aufhellung des Nachthimmels um rund 75 Prozent reduziert werden. Während die Straßenbeleuchtung im Jahr 2015 noch etwa acht Prozent zur gesamten Lichtverschmutzung über Wien beitrug, liegt ihr Anteil im Jahr 2025 nur noch bei rund zwei Prozent. Da die Umstellung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, wird sich dieser Wert in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verbessern. Um diese Entwicklungen genau erfassen zu können, wurden Messungen an mehreren Standorten durchgeführt, sowohl im Wiener Stadtzentrum, als auch am Stadtrand und im Umland.
Ein wesentlicher Grund für die Verbesserung liegt in der Bauweise der neuen Leuchten. Die modernen LED-Straßenlampen lenken das Licht gezielt dorthin, wo es gebraucht wird, nämlich auf Straßen und Gehwege. Dadurch wird verhindert, dass Licht ungenutzt in den Himmel abstrahlt und diesen aufhellt. Gleichzeitig verbrauchen die neuen Leuchten deutlich weniger Strom. Durch den Einsatz der LED-Technologie können rund 60 Prozent der bisher benötigten Energie eingespart werden. Inzwischen sind bereits etwa 80 Prozent der öffentlichen Beleuchtung in Wien umgerüstet, die restlichen Leuchten sollen bis zum Jahr 2028 ersetzt werden.
Die Verringerung der Lichtverschmutzung bringt Vorteile für Mensch und Natur. Zu viel künstliches Licht in der Nacht stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Beim Menschen kann dies die Produktion des Schlafhormons Melatonin verringern und damit den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Auch Tiere und Pflanzen leiden unter dauerhaftem Licht, da wichtige Abläufe wie Orientierung, Nahrungssuche und Fortpflanzung gestört werden können. Besonders problematisch sind dabei nicht gezielt ausgerichtete Lichtquellen wie Fassaden- und Geschäftsbeleuchtungen oder Leuchtreklamen, die einen erheblichen Anteil zur Lichtverschmutzung in Wien beitragen.
Für eine weitere Reduktion der Lichtverschmutzung ist es daher künftig besonders wichtig, auch im privaten Bereich einen gezielten und sparsamen Umgang mit Beleuchtung durch Bewusstseinsbildung zu erzielen. Die Wiener Umweltanwaltschaft wird sich weiterhin mit ihrer fachlichen Expertise für eine sorgsame und umweltverträgliche Verwendung künstlicher Beleuchtung einsetzen.
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Lichtverschmutzung - Ursachen, Auswirkungen und Maßnahmen - Stadt Wien
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