Hohes Sicherheitsrisiko durch alte Reaktoren
Da die beiden hochgefährlichen Reaktoren Bohunice V1 ausschließlich Elektrizität herstellen und die Slowakei nur etwa 8 % ihrer Elektrizität aus Gas gewinnt, ist der Gasstreit der Ukraine mit Russland nicht mehr als ein Vorwand zur Wiederaufnahme des Betriebs der Risikoreaktoren. Zum Argument der Unabhängigkeit von russischen Energiequellen ist zu bemerken, dass das Uran zum Betrieb der slowakischen Atomkraftwerke ausschließlich aus Russland kommt.
Laut einstimmiger Expertenmeinungen entsprechen die beiden Reaktoren nicht den gängigen Sicherheitsstandards und sind auch nicht sanierbar. Da die beiden Reaktoren von V1 ein beträchtliches Risiko darstellen, wurde die Stilllegung im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Slowakei vereinbart. Der erste Reaktor wurde dementsprechend am 31.12.2006 stillgelegt der zweite Ende 2008.
Die Wiederinbetriebnahme verstößt gegen geltendes EU-Recht, ist sachlich nicht gerechtfertigt und stellt ein besorgniserregendes Sicherheitsrisiko für ganz Mitteleuropa dar.
Forderung der WUA
Eine prompte und deutliche Reaktion Österreichs auf die einseitige und ungerechtfertigte Aufkündigung von für Österreich wesentlichen Punkten des EU-Beitrittsvertrags durch die Slowakei ist erforderlich. Ein sofortiges Tätigwerden der Bundesregierung in diesem Sinn ist nicht nur im Rahmen einer glaubwürdigen Antiatompolitik Österreichs, sondern vor allem zum Schutz der Bevölkerung notwendig.
Die Slowakei muss jedenfalls den vertragsmäßigen Zustand von Bohunice V1 sofort wieder herstellen. Der Risikoreaktor darf nicht reaktiviert werden!
